Gemeinsam mit dem Teamchor Jona bringt die Feldmusik Jona im Maihofsaal in Schindellegi (04.11.) und in der evangelischen Kirche Rapperswil (10./11.11.) die Friedensmesse „The Armed Man“ von Karl Jenkins zur Aufführung. Geschrieben hat dieser das im April 2000 in der Londoner Royal Albert Hall uraufgeführte Werk, zum Gedenken an die Opfer des Kosovokrieges. Basierend auf dem französischen Soldatenlied „L’homme armé“ (der bewaffnete Mann), welches seinen Ursprung im frühen 15. Jahrhundert hat, vertonte Jenkins Texte aus verschiedenen Religionen und Epochen. Er schuf damit eines der am häufigsten aufgeführten zeitgenössischen geistlichen Chorwerke. Eingebettet in die Konzertreihe „Musik in der Kirche“ der evangelisch - reformierten Kirchgemeinde Rapperswil - Jona, haben der Chor und das Orchester, unter der musikalischen Leitung von Max Aeberli und Urs Bamert, eine Instrumentation des Engländers Martin Ellerby einstudiert.




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Krieg ist bis heute ein ständiger Schatten, der über unserer Erde hängt. Sei es im ehemaligen Jugoslawien, im Irak oder aktuell in Syrien, immer bringt er unsägliches Leid über die betroffenen Völker. Aber da ist auch die immerwährende Hoffnung auf Frieden, der uns alle Trauer, allen Schmerz, allen Hass und letztlich auch den Tod überwinden lässt. In diesem Zusammenhang versteht sich „The Armed Man“ in erster Linie als Warnung vor dem Krieg und damit auch als Appell für den Frieden. Der Aufbau des Werks orientiert sich an der Liturgie der katholischen Messe und wird ergänzt mit Texten und Versen aus anderen religiösen und historischen Quellen. Prominente Beispiele dafür sind der islamische Aufruf zum Gebet oder der pazifistische Text des japanischen Dichters und Hiroshima überlebenden Tōge Sankichi.


Zu Beginn der Aufführung ertönt weit in der Ferne das besagte „L‘homme armé“. Sollte er nicht gefürchtet werden, dieser bewaffnete Mann? Zunächst leise, ja fast ängstlich, dann immer eindringlicher und zuletzt laut und unüberhörbar, kündet die einfache Melodie von Flöte, Trompete und Trommel von der drohenden Gefahr des Krieges. Und auf einmal sind weder der Gebetsruf des Muezzins, noch das „Kyrie“ in der Lage das sich anbahnende Unheil aufzuhalten. Der a capella vorgetragene Psalm „Hilf mir gegen die Blutrünstigen“ gleicht einem letzten Hilferuf und endet abrupt mit einem lauten, vielleicht den ersten Bombeneinschlag symbolisierenden Paukenschlag. Zum „Sanctus“, eigentlich ein Lobpreis Gottes, formiert sich das Heer und bittet um Kraft, um die bevorstehende Schlacht zu überstehen und das drohende Sterben auszuhalten. Gesteigert wird der Eindruck der Hoffnungslosigkeit durch ein verstörendes Gedicht des Briten Rudyard Kipling. Mit lautem Kampfgeschrei beginnt die brutale Schlacht. Sie bringt Zerstörung, Chaos, Leid und Tod. Plötzlich herrscht Stille und irgendwo in der Ferne erklingt die Totenglocke. Schnell weicht die anfängliche Dankbarkeit überlebt zu haben, dem Zorn und der Verzweiflung über das Ausmass der Zerstörung und des Leids. Ein liebliches „Agnus Dei“ bittet Gott um Vergebung der Schuld und um die Gabe eines neuen Friedens. Ein Vers von Guy Wilson drückt den Schmerz und die innere Leere des überlebenden Soldaten aus, der um seine gefallenen Kameraden trauert. Der Krieg ist vorüber und mit dem „Benedictus“ kehren Ruhe und Frieden zurück. In einer Art Rückblende wird die Melodie des „L’homme armé in einem grossen Finale zur Erkenntnis „Frieden ist besser als immer Krieg“ umgedeutet. Mit Pauken, Trompeten und Glockenklang setzen Chor und Orchester zum Schlusschoral „Gott wird alle Tränen trocknen“ an.

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Die Abendkasse für Resttickets öffnet jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn.



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